Wer einen Lageplan beginnt, braucht Flurstücke, Gebäude, Straßen und ein aktuelles Bild des Bestands. In Deutschland sind diese Daten amtlich erfasst, aber auf mehrere Systeme und 16 Länder verteilt. Dieser Überblick zeigt, was es gibt, wer es bereitstellt und wo die Daten aufhören.

DatenQuelleEnthältIm Lageplan für
ALKISVermessungsverwaltungen der LänderFlurstücke, Gebäudegrundrisse, Lagebezeichnung, tatsächliche NutzungGrenzen, Flurstücksnummern, Flächen, Nutzung
basemap.deBund und Länder, Vertrieb über das BKGTopografische Karte: Gebäude, Verkehr, Gewässer, Vegetation, BeschriftungBebauung und Umgebung
Digitale Orthophotos (DOP)Vermessungsverwaltungen der LänderEntzerrte Luftbilder, meist 20 cm BodenauflösungAbgleich des Bestands, Erkennung von Bäumen
Kommunale DatenStädteJe nach Stadt: Fahrbahnen und Gehwege als Flächen, BaumkatasterGenauere Straßenräume und Stadtbäume

ALKIS: das Liegenschaftskataster

ALKIS steht für Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem. Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder (AdV) hat das Modell bundesweit einheitlich konzipiert, geführt wird das Kataster aber von jedem Land für sein Gebiet. Es enthält Flurstücke mit Grenzen, Nummern und Flächen, Gebäudegrundrisse, die Lagebezeichnung und die tatsächliche Nutzung.

Seit dem 9. Juni 2024 zählen Flurstücke nach der EU-Durchführungsverordnung 2023/138 zu den hochwertigen Datensätzen, die grundsätzlich kostenlos, maschinenlesbar und über Schnittstellen bereitstehen sollen. Die Umsetzung ist aber nicht überall gleich, und Lizenz und Umfang hängen vom Land ab. TerraSight bindet heute die ALKIS-Dienste von 15 Ländern ein. Für Bayern steht uns derzeit kein offener Vektordienst zur Verfügung.

Wichtig für die Planung: Eine Flurstücksgrenze aus dem Dienst ist eine Darstellung für die Orientierung und ersetzt keine Vermessung. Wofür ein Bauantrag beglaubigte Unterlagen braucht, steht in unserem Artikel Was muss ein Lageplan enthalten?

basemap.de: die amtliche Karte

basemap.de ist eine gemeinsame Karte von Bund und Ländern, entstanden in der AdV. Ihre zentrale Quelle ist das Basis-Landschaftsmodell aus dem topografischen Informationssystem ATKIS, das die Länder liefern. Es gibt sie als Vektor- und Rasterdienst und als Open Data. Laut Nutzungsbedingungen des BKG steht basemap.de unter CC BY 4.0, ein Quellenvermerk ist also Pflicht.

Für den Lageplan liefert sie Bebauung, Verkehrswege und die Umgebung. Sie ist eine Karte und nicht das Kataster: Für Grenzen und amtliche Flächen bleibt ALKIS die Quelle.

Orthophotos: das amtliche Luftbild

Digitale Orthophotos sind entzerrte Luftbilder, abgeleitet aus Befliegungen und einem Gelände- oder Oberflächenmodell. Die Länder stellen sie meist mit 20 cm Bodenauflösung bereit, teils auch feiner, und in vielen Fällen als freien WMS-Dienst. Der Befliegungsturnus unterscheidet sich je nach Land: Schleswig-Holstein nennt zum Beispiel einen zweijährigen Turnus. Das Aufnahmedatum ist also immer zu prüfen.

Orthophotos zeigen, was auf den Karten fehlt: den tatsächlichen Baumbestand, Bodenbeläge und Nebenanlagen. Kanten hoher Gebäude können im Bild versetzt erscheinen, deshalb taugen sie zum Abgleich mit den Vektordaten besser als zum alleinigen Abzeichnen.

Kommunale Daten: Straßenräume und Stadtbäume

Manche Städte veröffentlichen genauere Daten, als die Länder führen. Berlin, Hamburg, Aachen und Rostock stellen Straßenraumdaten als Flächen bereit, die TerraSight direkt verwendet. Viele andere Städte veröffentlichen nur Mittelachsen, dort erzeugt TerraSight den Straßenquerschnitt selbst. Baumkataster nutzen wir aktuell für Berlin und Potsdam.

Was in den amtlichen Daten fehlt

Auch vollständig genutzt ergeben die Daten keinen fertigen Plan. Baumkataster erfassen meist Straßen- und Parkbäume, aber keine Bäume auf Privatgrundstücken. Stadtmobiliar, Bodenbeläge und frisch fertiggestellte Bauten fehlen oft oder kommen erst verzögert hinzu. Solche Lücken werden traditionell vom Luftbild nachgezeichnet.

Hier setzt die Baum-KI in TerraSight an: Sie erkennt Bäume im Luftbild und schlägt sie im Editor vor. Das Modell läuft lokal im Browser, und die Vorschläge lassen sich prüfen, bevor sie im Plan bleiben.

Lizenzen und Quellenvermerke

Offene Geodaten sind nicht bedingungslos frei. Üblich sind die Datenlizenz Deutschland in den Varianten Zero und Namensnennung sowie CC BY 4.0, viele davon verlangen einen Quellenvermerk. TerraSight fügt ihn beim Export ein. Die genauen Lizenzen und Vermerke je Land und Stadt stehen auf unserer Seite Datenquellen.

Außerhalb Deutschlands

In Österreich und der Schweiz greift TerraSight auf Geodaten von BEV und geo.admin.ch zurück, soweit eingebunden. Ergänzend kommen OpenStreetMap-Daten zum Einsatz. Außerhalb Deutschlands und bei einem Ausfall eines Landesdienstes zeigt TerraSight als Luftbild Esri World Imagery.

Quellen

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